1. Bergischer Zukunftssalon Gesundheit und Pflege

06.05.2019 – Internationale Vertreter aus Forschung, Gesundheitswesen, Startups, Wirtschaftsentwicklung tagten am 7. Mai 2019 in Wuppertal zum Wandel der Gesundheits- und Pflegewirtschaft durch Künstliche Intelligenz. „Übernimmt der Algorithmus?“ – so der Titel der Veranstaltung. Die Auseinandersetzung aller relevanten Akteure dazu war Auftakt zum Aufbau eines neues Clusters „Bergisch.Smart.Health.“, das letztlich die zukünftige Positionierung des Städtedreiecks als Innovationsort für Zukunftstechnologie im Bereich der Gesundheitswirtschaft zum Ziel hat.

KI im Gesundheitsbereich – im Städtedreieck

Die Digitalisierung wird das Gesundheitswesen und die Pflege stark verändern. Wichtiger Baustein ist der Einsatz von Künstlicher Intelligenz: Präzise Diagnostik, Dokumentation, intelligente Verknüpfung und Auswertung von Daten zu Krankheitsverläufen und Medikation, Prävention, Patientenversorgung und -pflege, strukturierte Behandlungsprogramme im ambulanten Bereich, Ferndiagnostik – in all diesen Bereichen liegen Möglichkeiten für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Für das Bergische Städtedreieck bieten sich durch die vorhandenen Forschungsprojekte, die Mitwirkung unterschiedlicher Initiativen aus Wissenschaft und Medizinwirtschaft sowie durch Förderprogramme im Bereich Digitalisierung zahlreiche Möglichkeiten, eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung einer digitalen Gesundheitswirtschaft einzunehmen.

Die beiden Wirtschaftsbereiche der Zukunft - Gesundheit und Künstliche Intelligenz - sollen daher in einem Cluster „Gesundheitswirtschaft und KI“ im bergischen Städtedreieck zusammen gedacht und bewegt werden. Zahlreiche Spezialisten aus der Region – aus Wissenschaft, Wirtschaft, Versicherungen, Kommunen – haben die Clusterinitiative auf den Weg gebracht.

Zukunftssalon Gesundheit und Pflege

Ziel der von der Bergischen Universität Wuppertal und der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit Unterstützung der AOK Rheinland/Hamburg ausgerichteten Tagung besteht darin, die Änderungen zu identifizieren und sie für die Gesundheitswirtschaft in der Region zu antizipieren. Welche neuen Behandlungs- und Versorgungsformen gibt es bzw. wird es geben? Welcher rechtliche Handlungsbedarf besteht, um einerseits KI in der Praxis implementieren zu können und andererseits ein entsprechendes Niveau an Sicherheit und Vertrauen für die Patienten zu gewährleisten? Das Thema wurde auf der Tagung aus unterschiedlichen Blickwinkeln betrachtet: Es geht um Praxis- und Anwendungsbeispiele, ethische und rechtliche Fragen, um Ängste und Hoffnungen.

Prof. Dr. Sebastian Kluckert von der Bergischen Universität: „Der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Gesundheits- und Pflegewesen stellt die Rechtsordnung vor neue Herausforderungen. Die Tagung hat wichtige Impulse für die Bewältigung der damit zusammenhängenden Rechtsfragen gesetzt. Passend zu ihrer Profillinie Gesundheit bringt sich die Bergische Universität Wuppertal in den gesundheitsrechtlichen Diskurs mit praxisorientierten Forschungsansätzen ein.“

Oliver Hartmann, Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg: „Unser Ziel war es auch, die Angst vor dem Thema ‚Künstliche Intelligenz in Gesundheit und Pflege‘ zu nehmen und die Chancen zu erkennen. Mit Hilfe von KI und Robotik kann es gelingen, hochwertige medizinische bzw. pflegerische Versorgung sinnvoll zu ergänzen und hinsichtlich veränderter personeller Ressourcen zu entlasten.“

Zum Hintergrund

Bereits 2018 hat die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit den unterschiedlichsten Akteuren aus der Region Gespräche geführt, um erste Ideen für ein Cluster Digitale Gesundheits- und Pflegewirtschaft zu sammeln. Denn: Künstliche Intelligenz wird das Gesundheitswesen grundlegend verändern. Sowohl zu KI als auch im Bereich Gesundheit sind im Städtedreieck zahlreiche Kompetenzen vorhanden, die in eine vernetzende Arbeit einfließen können. Die Bergische Universität mit ihrer Bergischen Innovationsplattform für Künstliche Intelligenz und nicht zuletzt die großen Versicherungen am Standort bringen entsprechendes Know-How mit. „Der thematische Focus auf Künstlicher Intelligenz macht ein zukünftiges Cluster in der Landschaft ähnlicher, bundesweit aktiver Initiativen einzigartig und passt in die Digitalisierungsstrategie der Landesregierung“, so Thomas Lämmer-Gamp, Cluster-Koordinator bei der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft.

Wie ist der Cluster organisiert?

Bei der Arbeit des Clusters wird es darum gehen, die vielen vorhandenen Aktivitäten, Arbeits- und Denkansätze in der Region wirksam zusammenzuführen und daraus innovative Projekte entstehen zu lassen. Der Bergische Zukunftssalon Gesundheit und Pflege mit seinen Veranstaltungen ist dazu ein erster Baustein. Hier begegnen einander regionale und überregionale Akteure und organisieren einen Informationsinput entsprechend der aktuellen Diskussion. Erste Projektideen sollen im Herbst den Fördermittelgebern vorgestellt werden. Eine koordinierende Geschäftsstelle der Clusterinitiative wird bei der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft eingerichtet. In allen Handlungsfeldern wird die Unterstützung von Start-ups eine besondere Rolle einnehmen, denn gerade von ihnen sind technologische Neuerungen zu erwarten. Auch wenn viele Technologien noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen, werden sie das Gesundheitswesen und die Gesundheitswirtschaft grundlegend verändern.

Die Initiative zur Entwicklung eines Gesundheitsnetzwerks geht auf die Bergische IHK unter Federführung des Hauptgeschäftsführers Michael Wenge und die AOK Rheinland/Hamburg mit ihrem Regionaldirektor Oliver Hartmann zurück.

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