Barcamp Maschinensicherheit

05.02.2019 – Auf Augenhöhe tauschten sich Ende Januar Maschinenbauer aus der Region aus: Konstrukteure und Nutzer gaben einander Erfahrungen und Kenntnisse zum Thema Sicherheit weiter. Dieser Austausch wurde vom Maschinenbau Netzwerk Bergisch Land, der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft und dem IQZ gemeinsam durchgeführt.

Das Format Barcamp – jeder Teilnehmer der Veranstaltung ist auch gleichzeitig potenzieller Referent – entspricht dem Grundgedanken des Maschinenbau Netzwerkes: „Wir organisieren uns unseren Support selbst, wir tauschen uns aus, unterstützen uns gegenseitig, organisieren gemeinsam Weiter- und Ausbildung“. Die Kommunikation auf Augenhöhe in einem Barcamp war damit die naheliegende Austausch- und Erkenntnisform für das Netzwerk.

Fast 20 Maschinenbauer mit den unterschiedlichsten Aufgabenbereichen waren der Einladung in das Solinger Institut für Produkt-Innovation gefolgt. Da waren Maschinenkonstrukteure vertreten, CE-Beauftragte, Hersteller von Anlagenkomponenten, Berater zu Maschinensicherheit, Ingenieure, die sich um die Sicherheit im Produktionsprozess kümmern oder das Thema Sicherheit in die Ausbildung einbringen. Schon in der ersten Pause wurde deutlich: Die Maschinenbauer haben einander jede Menge zu sagen – der Austausch jenseits des Protokolls war äußerst intensiv. Das Thema Sicherheit, gerade vor dem Hintergrund neuester Technologien und dem hohen Entwicklungstempo digitaler Produktion, ist für alle relevant.

Niklas Weidner von reuschlaw warf zu Beginn ein paar Schlaglichter auf das Thema Sicherheit aus juristischer Sicht. Die Maschinenbauer sind in vielerlei Hinsicht gefordert, schließlich haften sie - sowohl als Produzenten von Maschinen als auch als Produkthersteller und natürlich auch als Arbeitgeber. „Sicherheit“ ist also ein Thema, das bei jedem einzelnen Schritt in der Produktion mitschwingt.

So wurde dann durch die Teilnehmer des Barcamps eine Vielzahl von Themen definiert, die Gegenstand der Sessions sein sollten – so viele, dass  einige Themenbereiche zusammengelegt werden mussten. Insgesamt acht Sessions in zwei Räumen wurden bis in den späten Nachmittag durchgeführt.

Themen der Sessions

Für die Maschinenbauer war der Abgleich zu folgendem Problem wichtig: Eine Produktionsanlage wird durch einen externen Zukauf erweitert – zum Beispiel durch einen Roboter. Wie sehen die dann die sicherheitstechnischen Lösungen aus, was gilt es zu berücksichtigen, wo kann man sich Rat holen? Eine weitere Session beschäftigte sich mit den Sicherheitsanforderungen im Ausland: Sind sie kompatibel mit den Standards, denen Maschinen aus Deutschland entsprechen? Was ist bei Verträgen mit ausländischen Zulieferern zu beachten?

Und ganz praktisch: Wie viel Platz  wird eigentlich benötigt, um die Sicherheitsanforderungen von Maschinen zu erfüllen – sowohl hinsichtlich der Produktionsvorgänge als auch hinsichtlich des Personals, das zwischen den Maschinen agiert? Welche Sicherheitsabstände müssen bei vollautomatisierten Fertigungsanlagen eingehalten werden und wie lässt sich das auf engstem Raum realisieren? Ein weiterer großer Themenbereich beschäftigte sich mit  der Ausbildung. Wie kann Sicherheit fortlaufend in die Ausbildung integriert werden? Welche Aufgaben erfüllt diesbezüglich ein CE-Koordinator?

Die Diskussion drehte sich natürlich auch um ethische Fragen, die in vollautomatisierten Prozessen – bestes Beispiel ist das autonom fahrende Auto – auftauchen.

Betreiberpflichten vs. Herstellerpflichten – wer sichert sich wie ab? Dazu war die Unterstützung seitens des Juristen ganz hilfreich, der das Thema systematisch aufbereiten konnte. Zudem wurden verschiedene Szenarien diskutiert, mit welchen Maßnahmen das Restrisiko verringert werden kann.

Fazit

So ungewohnt das Barcamp-Format auch für einige Teilnehmer gewesen ist, es hat geholfen, an Fallbeispielen individuelle Fragestellungen zu bearbeiten und Lösungswege aufzuzeigen.

Sehr wertvoll war der fachliche Austausch auf Augenhöhe und zu hören, wie andere Unternehmen das Thema Maschinensicherheit angehen und welche Erfahrungen es gibt.

Die Mischung des Know-Hows aller Teilnehmer war besonders inspirierend: Vertreter aus Forschung, Dienstleister, Industrie und Recht haben vielschichtige Diskussionen ermöglicht.

Jetzt wird über ein nächstes Barcamp nachgedacht!

Damastmesser von Franz Güde GmbH

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