Gesundheitswirtschaft im Städtedreieck stellt sich dem Thema Künstliche Intelligenz

08.05.2019 – Rund 100 Vertreter aus Forschung, Gesundheitswesen, Startups, Verbänden, Kliniken und Wirtschaftsentwicklung aus dem In- und Ausland tagten am 7. Mai 2019 in Wuppertal zum Wandel der Gesundheits- und Pflegewirtschaft durch Künstliche Intelligenz.

Das Städtedreieck – die Bergische Universität, die AOK Rheinland/Hamburg und die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) -  hatte eingeladen, um sich über die Auswirkungen der Digitalisierung  auf das Gesundheitswesen und die Pflege zu informieren, gemeinsam zu diskutieren und vor allen Dingen abzuleiten, was zukünftig für die Branche im Städtedreieck relevant wird. Denn: Das Städtedreieck ist mit den ansässigen Krankenkassen, der Universität und den vielen Unternehmen ein Standort, der sich intensiv mit der digitalen Transformation auseinandersetzen muss. Allein 45 000 Beschäftigte zählt die Gesundheitsbranche, rund 1000 entsprechende Unternehmen sind hier angesiedelt. „Es ist wichtig, die Zukunftsthemen in der vielfältigen und wachsenden Gesundheitswirtschaft regional anzugehen. Die Vernetzung untereinander, aber auch in Richtung Fördermittelgeber ist elementar“, so Michael Wenge, Hauptgeschäftsführer der Bergischen IHK auf der Tagung.

Das Zusammentreffen aller relevanten Akteure im Rahmen der Tagung, des 1. Bergischen Zukunftssalons Gesundheit und Pflege, markierte den Auftakt dieser Vernetzung. Diese Kooperation soll verstetigt werden. Sie ist Baustein eines neues Clusters „Bergisch.Smart.Health.“, das die zukünftige Positionierung des Städtedreiecks als Innovationsort für Zukunftstechnologie im Bereich der Gesundheitswirtschaft zum Ziel hat.

Zu den Inhalten der Tagung: Zum einen ging es darum, zu sortieren, worum es bei dem Begriff Künstliche Intelligenz eigentlich geht. Was kann und darf sie leisten? Prof. Dr. Sebastian Kluckert von der Bergischen Universität: „Der Einsatz Künstlicher Intelligenz im Gesundheits- und Pflegewesen stellt die Rechtsordnung vor neue Herausforderungen. Die Tagung hat wichtige Impulse für die Bewältigung der damit zusammenhängenden Rechtsfragen gesetzt“. Die Bergische Universität, die sich in verschiedenen Projekten mit Künstlicher Intelligenz beschäftigt, kann sich mit unterschiedlichen praxisorientierten Forschungsansätzen in den gesundheitsrechtlichen Diskurs einbringen.

Präzise Diagnostik, Dokumentation, intelligente Verknüpfung und Auswertung von Daten zu Krankheitsverläufen und Medikation, Prävention, Patientenversorgung und -pflege, strukturierte Behandlungsprogramme im ambulanten Bereich, Ferndiagnostik – in all diesen Bereichen liegen Möglichkeiten für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz.

Die Tagung hatte auch zum Ziel, den Ängsten, die durch den Einsatz von KI ausgelöst werden, zu begegnen. „Mit Hilfe von KI und Robotik kann es gelingen, hochwertige medizinische bzw. pflegerische Versorgung sinnvoll zu ergänzen und hinsichtlich veränderter personeller Ressourcen zu entlasten“, so Oliver Hartmann, Regionaldirektor der AOK Rheinland/Hamburg. Die Praxis zeigt: Medizinische Analyseverfahren können durch KI präzisiert werden, pflegebedürftige Menschen können durch KI und entsprechende Kommunikationsmöglichkeiten so lange wie möglich selbständig zu Hause leben. KI ist Assistenz, nicht Ersatz der klassischen Pflege.

Noch weiter gedacht: „KI als Assistenz kann damit Auswirkungen auf das Leben im Quartier haben – im demographischen Wandel eine Möglichkeit für gemeinsames Leben“, so Thomas Lämmer-Gamp, Projektkoordinator bei der BSW.

Für das Bergische Städtedreieck bieten sich durch die vorhandenen Forschungsprojekte, die Mitwirkung unterschiedlicher Initiativen aus Wissenschaft und Medizinwirtschaft sowie durch Förderprogramme im Bereich Digitalisierung zahlreiche Möglichkeiten, eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung einer digitalen Gesundheitswirtschaft einzunehmen. Dabei geht es darum, mit beispielhaften Projekten Innovation anzustoßen.

Bereits 2018 hat die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mit den unterschiedlichsten Akteuren aus der Region Gespräche geführt, um erste Ideen für ein Cluster Digitale Gesundheits- und Pflegewirtschaft zu sammeln. Der thematische Focus auf Künstlicher Intelligenz macht ein zukünftiges Cluster in der Landschaft ähnlicher, bundesweit aktiver Initiativen einzigartig und passt in die Digitalisierungsstrategie der Landesregierung. Bei der Arbeit des Clusters wird es darum gehen, die vielen vorhandenen Aktivitäten, Arbeits- und Denkansätze in der Region wirksam zusammenzuführen und daraus innovative Projekte entstehen zu lassen.

Eine koordinierende Geschäftsstelle der Clusterinitiative wird bei der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft eingerichtet. In allen Handlungsfeldern wird die Unterstützung von Start-ups eine besondere Rolle einnehmen, denn gerade von ihnen sind technologische Neuerungen zu erwarten. Auch wenn viele Technologien noch am Anfang ihrer Entwicklung stehen, werden sie das Gesundheitswesen und die Gesundheitswirtschaft grundlegend verändern.

Foto: G. Bäldle

Von oben:

O. Hartmann (AOK), Prof. Kluckert (Berg. Uni), Blick in die Veranstaltung im Wuppertaler Codeks

 

Fotos G. Bäldle

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