1. Regionalkonferenz „Zwischen Rhein und Wupper: zusammen – wachsen“. Planung trifft Politik

16.10.2017 – Rund 130 Vertreter aus Stadträten und Stadtplanung widmeten sich vergangenen Freitag im historischen Lokschuppen in Erkrath Projektskizzen, die gemeinsam entwickelt wurden: von 18 Kommunen zwischen Rhein und Wupper und dem Kreis Mettmann – eine Kooperation über die Stadtgrenzen hinaus. Denn nur gemeinsam können sie einem Ziel näher kommen: Stadt und Umland mit den Angeboten für Arbeit, Lebenswelten, Freizeit, Mobilität, Infrastruktur aufeinander abgestimmt zu entwickeln.

Was dabei herauskommen soll: Mehr Lebensqualität und eine Stunde mehr Zeit für jeden. Teures Wohnen in der Stadt, günstiges Leben auf dem Land mit unzureichender infrastruktureller Versorgung und dazwischen zeitfressende ökologisch bedenkliche Pendlerströme – dem soll entgegengewirkt werden.

Was schon jetzt herausgekommen ist, ist eine dynamische Zusammenarbeit: „Die Arbeit in diesem noch jungen Kooperationsverbund ist schon sehr vertrauensvoll. Alle gehen aktiv aufeinander zu, um gemeinsam  den Herausforderungen von Stadt und Umland zu begegnen“, so Annette Nothnagel von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH (BSW). Diese hat die Prozesse moderiert.

Denn für viele Projekte geht es nur gemeinsam. „Wir können stolz darauf sein, in so kurzer Zeit uns in einer neuen Region gefunden und ein hervorragendes Konzept abgegeben zu haben“, so Solingens Oberbürgermeister Tim O. Kurzbach. Es sei erklärtes Ziel der Landesregierung, diese regionale, interkommunale Zusammenarbeit zu unterstützen, betonte der Staatssekretär des NRW-Ministeriums für Heimat, Kommunales, Bauen und Gleichstellung, Dr. Jan Heinisch. Die gemeinsamen Konzepte und die gemeinsam entwickelte Strategie sind positiv für Förderentscheide. 

Mit der 1. Regionalkonferenz wurden die Ergebnisse der seit knapp einem Jahr stattfindenden gemeinsamen Arbeit der Politik in den Städten zwischen Rhein und Wupper sowie im Kreis Mettmann. Drei Pilotprojekt-Skizzen sind entstanden:

1.    Ein Rheinisch-Bergisches Radwegenetz soll geplant werden, ein Langstreckennetz als Ergänzung zum ÖPNV: neue Strecken, schnelle Strecken, Ausbau des Netzes, so dann man auch problemlos durch die hügelige Landschaft radeln kann, am besten zur nächsten Bushaltestelle oder zum Beispiel zur Arbeit.

2.    Eine Städtebahnstudie soll erstellt werden: Siedlungsräume/Städte sollen besser vernetzt werden, besonders Bus, Bahn, Schiene, Rad, Auto sollen zusammen betrachtet und intelligent miteinander vernetzt werden. Vor allen Dingen: Diese Versorgungsinfrastruktur soll über kommunale Grenzen hinweg gemeinsam organisiert werden.

3.    Erstellung von Skizzen für optimale Quartiere, von Work-Life-Balance-Quartieren. Das heißt: Gemeinsam soll geschaut werden, in welchen Lebensabschnitten Menschen welche Ansprüche haben: an Infrastruktur, Arbeitsplatz, Schulen, Freizeit usw.. Wie kann man also weniger Verkehr, sondern mehr „Nähe“ erzeugen? Welche Kriterien muss ein Quartier erfüllen, damit man dort „ganzheitlich“ leben kann? Erstellt wird ein Katalog von möglichen Maßnahmen, die dann in die konkrete Planung einfließen sollen.

Wichtig für die Zukunft ist die Verstetigung der weiteren Zusammenarbeit. Denn das Ganze ist ein Prozess für viele Jahre. „Für den Prozess wie auch für die Projekte wollen wir Geld beim Land NRW einwerben. Gespräche zu einer möglichen Förderung werden wir demnächst mit dem Land aufnehmen“, so Oberbürgermeister Kurzbach.

Den politischen Gremien soll eine Grundfinanzierung außerhalb der Förderung vorgeschlagen werden: Die Kooperationspartner sollen einen geringen Beitrag von wenigen Cent pro Einwohner beisteuern.

Der Oberbürgermeister der Stadt Remscheid, Burkhard Mast-Weisz, hat bereits konkrete Vorstellungen von den Ergebnissen der Kooperation: „Im Rahmen des Projekts „Zwischen Rhein und Wupper“ muss es für Remscheid darum gehen, im Schienenverkehr durch Direktverbindungen nach Köln und Düsseldorf als Stadt für Berufspendler und als Wohn- und Arbeitsstandort attraktiver zu werden“.

Zum Hintergrund:
Zu dem Kooperationsverbund gehören:

Großstädte: Düsseldorf, Leverkusen, Wuppertal, Solingen, Remscheid
- Umlandgemeinden: Burscheid, Erkrath, Haan, Heiligenhaus, Hilden, Hückeswagen, Langenfeld, Monheim, Ratingen, Velbert, Wermelskirchen, Wülfrath, Stadt Mettmann
Kreis: Kreis Mettmann

Die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft (BSW) hat die Prozesse moderiert. Innerhalb von kürzester Zeit ist ein stabiler Verbund zur Erarbeitung von Strategieansätzen für die Stadt-Umland Problematik in den Themenbereichen Wohnen, Arbeiten, Mobilität und Freizeit entstanden. „Zwischen Rhein und Wupper- zusammenwachsen“ wurde im Mai 2017 durch die Landesregierung als Projekt mit Vorbildcharakter gewürdigt.

 

Die Kooperationspartner "Zwischen Rhein und Wupper". Foto: Kristina Malis

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