Projektauftakt: Mobilität und Alter

01.04.2017 – „Wir fliegen zum Mond und können uns mit autonom fahrenden Fahrzeugen von der West- zur Ostküste der USA bewegen, sind aber gleichzeitig nicht in der Lage, dem Rollatorbenutzer an der Haltestelle eine Einstiegsmöglichkeit in den Bus ohne Pannen zu garantieren oder den Rollstuhlfahrer rechtzeitig auf den Defekt des Fahrstuhls in seinem Zielbahnhof hinzuweisen“, so Wissenschaftsministerin des Landes NRW, Svenja Schulze, in der Auftaktveranstaltung zum Projekt „Mobilität und Alter“. Dabei zitierte sie Prof. Anton Kummert von der Universität Wuppertal. Bei der Universität liegt die Federführung zum Aufbau eines regionalen Innovationsnetzwerks (RIN) im Bergischen Städtedreieck, das sich mit diesen Problemen befasst.

Was ist, wenn der ältere Herr aus Solingen zum Arzt nach Wuppertal fahren muss, aber einfach nicht mit dem modernen Fahrkartenautomat zurechtkommt? Was ist, wenn die alte Dame von nebenan den Enkel vom Bahnhof abholen möchte, aber ihr das Buchen eines PKW aus einem Car-Sharing-Pool nicht gelingt, weil sie das elektronische Buchen überfordert? Oder einfacher: Was ist, wenn Menschen mit altersbedingtem Handicap die Stufen ins Fahrzeug nicht mehr bewältigen können?  

Mobilität ändert sich: Intelligente Fahrerassistenzsysteme, Elektroautos und unterschiedlichste Angebote an Sharing-Diensten sorgen für ein sich änderndes Mobilitätsverhalten. Bislang werden die Neuerungen vorwiegend von jüngeren Menschen genutzt, denn die Akzeptanz fehlt bei den Älteren. Dafür gibt es zahlreiche  Erklärungen: Probleme bei der Bedienung, fehlendes Vertrauen gegenüber der Technik und grundlegende Verständnisprobleme sind nur einige Gründe für die geringe Nutzung der innovativen Mobilitätslösungen. Hier setzt das vom Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung des Landes NRW geförderte Regionale Innovationsnetzwerk Demografischer Wandel und Verkehrsraum der Zukunft, kurz „RIN Mobilität und Alter“ an.

Es geht darum, bereits vorhandene Technologien einzusetzen, um Problemlösungen für Menschen mit eingeschränkter Mobilität bereit zu stellen. Es widmet sich dabei auch der Suche nach Lösungen für ganz alltägliche Problemstellungen. Zum Beispiel soll für Rollator-Nutzer an Haltestellen eine sichere Einstiegsmöglichkeit in den Bus garantiert werden. Manchmal ist schon eine Ampelausstattung ausreichend, die rückwärts zählend angibt, wie lang die Ampel noch Grün ist. Gerade auch die Anforderungen, die die Topographie des Städtedreiecks bereithält, erfordern spezielle, modellhafte Lösungen. Das Netzwerk mit relevanten Akteuren aus der Region wird in den nächsten beiden Jahren entsprechende Ansätze ausarbeiten. „Das Projekt passt hervorragend zu unseren Initiativen im Bereich der neuen Mobilität und des Clustermanagements“, so Stephan A. Vogelskamp von der Bergischen Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH. „Unsere Region gewinnt in diesem Zukunftsfeld ein stärkeres Profil.“ 

Zum Hintergrund:

Das Ministerium für Innovation, Wissenschaft, Forschung und Technologie NRW hat im vergangenen Jahr nach Ideen und Konzepten zu regionalen Fragestellungen entlang der großen gesellschaftlichen Herausforderungen gesucht: Dazu gehören Klimaschutz, Energieversorgung, demographischer Wandel, Sicherheit und Teilhabe.

So wurde zur Förderung die Projektskizze aus dem Bergischen Städtedreieck zum Thema „Mobilität im Alter“ ausgewählt. Die Bergische Struktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH hat sich 2016 für das Städtedreieck mit diesem Projektantrag um entsprechende Fördermittel des Landes Nordrhein-Westfalen beworben.

Foto: v.l.n.r. Stephan A. Vogelskamp, Prof. Uwe Schneidewind, Ministerin Svenja Schulze, Prof. Anton Kummert, Reiner Nießen (VCD), Prof. Ulrike Reutter, Prof. Anke Kahl, Kerstin Helmerdig. Copyright: Kristina Malis

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